Pflegestellen für Katzenbabys gesucht

Katzen sind in normalerweise sehr gute Mütter, die ihre Welpen problemlos selbst aufziehen. Doch gar nicht so selten kommt es vor, dass Mutter und Babys aus verschiedenen Gründen getrennt werden, sei es z.B. durch einen Unfall der Mutterkatze oder eine Störung in der Umgebung des Wurfes.


Werden die dann mutterlosen Kleinen glücklicherweise entdeckt, bringen die Finder sie meistens in ein Tierheim bzw. zu einer Tierschutzorganisation. Doch die Aufzucht mutterloser Katzenbabys kann in einem regulären Tierheimbetrieb kaum geleistet werden. Zwar ist unser Personal zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends in wechselnder Besetzung vor Ort, doch kleine Kätzchen müssen anfangs alle 2 Stunden mit dem Fläschchen gefüttert werden müssen - auch nachts. Ihre Unterbringung im Tierheim Neumarkt ist frühestens erst dann möglich, wenn die Katzenkinder schon selbst Futter aufnehmen und kein Fläschchen mehr benötigen, also ab einem Alter von etwa 5 bis 6 Wochen.

 

Für die Betreuung jüngerer Katzenkinder sind wir deshalb auf die Mithilfe verlässlicher Pflegestellen angewiesen, von denen Tierschutzorganisationen im Grunde nie genug haben können.

 

Falls Sie mit dem Gedanken spielen, uns in dieser Hinsicht unterstützen zu wollen, geben wir hier gerne einen Überblick, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und worauf man achten muss.
Denn Pflegestelle für verwaiste Katzenbabys zu sein, ist keine leichte Aufgabe, die mal so nebenbei erledigt werden kann.

 

Berufstätigkeit

Vollzeit Berufstätige ohne Option auf Homeoffice scheiden leider von vorneherein als Pflegestelle aus. Bis zur 3. oder 4. Woche müssen die Kitten alle 2 - 3 Stunden mit Aufzuchtmilch per Fläschchen gefüttert werden, sowohl tagsüber als auch nachts. Das lässt sich mit einer Präsenz-Vollzeitstelle nicht vereinbaren.

 

Dürfen auch andere Haustiere vorhanden sein?

Bereits im Haushalt lebende Haustiere sollten in jedem Fall gut durchgeimpft und entwurmt sein, denn man weiß nie, was die Findelkinder alles mitbringen oder ausbrüten.

Deshalb ist auch eine Unterbringung der Pfleglinge in einem separaten Raum für die ersten Wochen sehr zu empfehlen.

Hunde im Pflegehaushalt sollten natürlich keinen Jagdinstinkt haben und bestenfalls bereits an Katzen gewöhnt sein. Sind die Zöglinge gesund, können verträgliche erwachsene Katzen der Pflegestelle die kleinen Wollknäuel später ggf. mit erziehen, was sich vorteilhaft auf die Sozialisierung und auf die spätere Vermittlung der Kleinen auswirkt. Manche alteingesessenen Katzen der Pflegestelle halten die Einquartierung der Babys in ihrem Revier jedoch für eine Zumutung, deshalb ist in solchen Fällen die Unterbringung der Pflegekätzchen in einem separaten Raum wie bereits erwähnt von Vorteil.

 

Wie viel Platz muss ich den Kleinen zur Verfügung stellen?

Sind die Babys noch klein, reicht einen größere Transportbox o.ä., in der die Kitten wohnen und auch schlafen. Ganz wichtig ist es, sie hier auch zu wärmen, da sie sonst zu schnell auskühlen. Dazu eignen sich besonders Snuggle Safes (Wärmequelle für Tiere), die man ganz einfach in der Mikrowelle erwärmen kann. Die erste Unterkunft der Babys sollte idealerweise an einem ruhigen Ort stehen, nicht in der prallen Sonne und nicht in Zugluft, aber natürlich auch nicht in einem dunklen, feuchten oder ungeheizten Raum.

Sind die Zwerge dann älter und möchten die Welt erkunden, können sie in einen Welpenauslauf o.ä. umziehen. Ein Kuschelkörbchen, Spielmöglichkeiten und ein Katzenklo dürfen darin nicht fehlen. Der Auslauf darf gerne im Wohnzimmer oder Esszimmer stehen, so dass die Katzenkinder viele Alltagsgeräusche mitbekommen und den ganz normalen Tagesablauf in einer Familie erleben, das erleichtert später den Umzug in ein eigenes Zuhause.

Die turbulente Zeit beginnt etwa ab der 6. Lebenswoche, wenn die Kleinen die Umgebung außerhalb des Auslaufs erkunden wollen. Die "Ausgehzeiten" finden dann immer öfter und länger statt, bis die jungen Wilden den Welpenauslauf ab der 8. Lebenswoche gar nicht mehr brauchen oder ihn selbständig überklettern können. Dann leben sie einfach ganz normal mit in der Familie, ggf. zusammen mit den anderen Tieren, um von allen zu lernen.

Alle notwendigen Impfungen sollten bis zum Alter von 12 Wochen erfolgt sein, so lange bleiben die Kleinen idealerweise noch in der Pflegefamilie. Danach wird entschieden, ob die Jungkatzen gleich von dort aus in ihr neues Zuhause umziehen oder ob sie vor der Vermittlung vorübergehend im Tierheim aufgenommen und in einem der Mehrkatzenräume untergebracht werden.

Sollte die Pflegestelle entwöhnte und schon selbständig fressende Kätzchen ohne vollständigen Impfschutz nicht weiter betreuen können, werden die Kleinen so lange in der Quarantänestation des Tierheims untergebracht, bis alle Impfungen verabreicht werden konnten.

 

In welchen Abständen muss ich die Babys füttern?

Ein neugeborenes Kätzchen braucht etwa 6 - 8 Mahlzeiten verteilt auf 24 Stunden, da anfangs immer nur kleine Milchmengen aufgenommen werden. Die Fütterung erfolgt tagsüber und auch nachts.

Die Flaschenfütterung erfordert anfangs etwas Fingerspitzengefühl, damit die Kleinen richtig saugen, nicht zu viel Luft schlucken und vor allem keine Milch in die Lunge gelangen kann.

Nach jeder Mahlzeit müssen die Babys aufstoßen und die kleinen Bäuchlein massiert werden. Dies ist sehr wichtig, denn nur so können Katzenkinder Kot und Urin absetzen.

Mit zunehmendem Alter wird die Versorgung einfacher, die Zeitabstände zwischen den Fütterungen werden länger und ab der 5. oder 6. Lebenswoche fangen die Kleinen normalerweise mit der selbständigen Aufnahme fester Nahrung an. Das ist auch der Zeitpunkt, ab dem man sie auch schon einmal für ein paar Stunden alleine lassen kann.

Eine regelmäßige Gewichtskontrolle immer zu gleichen Zeit bereits von Anfang an verschafft Gewissheit, dass die Katzenkinder zunehmen und gedeihen. Umgekehrt kann eine Gewichtsabnahme bereits frühzeitig auf Probleme hinweisen.

 

Aufzuchtmilch, Fläschchen und später Kittenfutter stellen wir der Pflegestelle natürlich zur Verfügung bzw. erstatten für Kosten für die Beschaffung.

 

Auf was muss ich bei den kleinen Zöglingen besonders achten bzw. bei welchen Anzeichen sollte man einen Tierarzt aufsuchen?

Oft braucht man etwas Erfahrung, um den Gesundheitszustand der Katzenbabys richtig einschätzen zu können. Dieser kann sich schnell von einer Minute zur anderen ändern.

Deshalb ist es entscheidend, auf ein lebhaftes und aufgewecktes Verhalten zu achten.

Wichtig ist auch eine regelmäßige Verdauung mit Kot- und Urinabsatz. Der Kot sollte in den ersten Wochen sehr breiig sein und nur bei der vorsichtigen Bauchmassage abgesetzt werden.

Die Augen sollten klar und nicht verklebt sein, die Ohren sauber und frei von Parasiten.

Die Bäuche sollten auch nicht ballonartig aufgetrieben sein, dies kann ein Anzeichen für Wurmbefall sein, denn oft haben die Kleinen die Würmer schon von ihren Müttern mitbekommen. Die Kitten können und sollten bereits ab einem Alter von 4 Wochen entwurmt werden, wenn es ihr Allgemeinbefinden zulässt.

Die Körpertemperatur der Kätzchen sollte zwischen 38 und 39,5 Grad Celsius liegen, die Temperaturmessung sollten Sie jedoch nur nach einer gründlichen Einweisung selbst durchführen.

Bei Auffälligkeiten (Apathie, Durchfall, Schnupfen, …) darf man nicht zu lange zögern, eine Tierarztpraxis aufzusuchen. Zu schnell ist sonst das Leben der Kleinen in Gefahr. Auch wenn nur eines der Kätzchen Auffälligkeiten zeigt, sollte immer der gesamte Wurf gut gesichert in einer entsprechenden Transportbox mit zum Tierarzt genommen werden.

Alle Kosten für die tierärztliche Versorgung der Pflegekätzchen werden selbstverständlich vom Tierheim übernommen, vorausgesetzt wir werden über den Praxisbesuch vorher in Kenntnis gesetzt.

 

 

Konnten wir Ihr Interesse wecken? Trauen Sie sich zu, Katzenpflegestelle für uns zu werden? Sie möchten uns gerne bei der Aufzucht von mutterlosen Katzenbabys unterstützen, sind sich jedoch noch unsicher?

Dann melden Sie sich sehr gern einfach bei uns unter 09181 - 22862 oder per Mail an info@tierheim-neumarkt.de, wir besprechen alles Weitere persönlich mit Ihnen und stehen Ihnen anfangs natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

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